Glossar

Lernende Organisation
Eine lernende Organisation ist idealerweise ein System, welches sich ständig weiterentwickelt. Ereignisse werden als Anregung aufgefasst und für Entwicklungsprozesse genutzt, um die Wissensbasis und Handlungsspielräume an die neuen Erfordernisse anzupassen. Dem zugrunde liegt eine offene und von Individualität geprägte Organisation, die ein innovatives Lösen von Problemen erlaubt und unterstützt. Mechanismen, die derartige Lernprozesse unterstützen, sind:
• klare Visionen, gemeinsame Zielsetzungen, Orientierung am Kundennutzen
• Kooperations- und Konfliktlösungsfähigkeit
• wechselseitiges Vertrauen und Teamgeist
• Prozessorientierung und Selbstregulation in Gruppen
• demokratischer und partizipativer Führungsstil
• Unterstützung neuer Ideen (v. a. durch die Führung), Ideenmanagement
• Integration von Personal- und Organisationsentwicklung
• Belohnung von Engagement und Fehlertoleranz bei riskanten Vorhaben
• Fähigkeit zur (Selbst-) Beobachtung und Prognose
  (gut funktionierende Informations- und Kommunikationssysteme - rascher und
  genauer Überblick über die Wirkung der wichtigsten Prozesse)

Organisationsentwicklung
Unter Organisationsentwicklung versteht man einen geplanten, langfristigen, die Gesamtorganisation umfassenden Entwicklungs- und Veränderungsprozess. Es werden Lernprozesse in Gang gesetzt, an denen im Idealfall alle Mitarbeiter beteiligt werden sollen. Dabei verfolgt die OE zwei Ziele:
1. Die Steigerung der Produktivität.
2. Die Verbesserung der Lebens- und Arbeitsqualität und der Fähigkeit zur
    Problemlösung innerhalb des Unternehmens.
    (Zieldualismus: Effizienz und Humanisierung)
Die Organisationsentwicklung ist kein einheitlicher Ansatz für das Veränderungsmanagement. Es ist vielmehr ein Begriff für viele verschiedene Methoden, in deren Fokus die Veränderung der Organisationsstruktur und die dazugehörigen Lernprozesse der Mitarbeiter stehen. Ansatzpunkte der Organisationsentwicklung sind somit die Organisations- und Kommunikationsstrukturen sowie das Potential, das Verhalten und die Einstellung der Mitarbeiter.

Systemisches Coaching
Unter systemischem Coaching versteht man eine Kombination aus individueller, unterstützender Problembewältigung und persönlicher Beratung auf der Prozessebene für berufliche und private Themen. Coaching bedeutet stets die Hilfe zur Selbsthilfe und Selbstverantwortung. Es ist nicht die Aufgabe des Coachs, die Probleme der Kunden zu lösen. Das müssen diese letztendlich immer selbst leisten. Der Coach unterstützt den Coachee vielmehr derart, dass sich seine Ressourcen möglichst optimal entwickeln können, damit sich ihm neue Wege und Möglichkeiten eröffnen und genutzt werden können.
Systemisches Coaching betrachtet (berufliches) Handeln kontextbezogen. D.h. zur Klärung eines Anliegens werden immer die verschiedenen Systeme (Unternehmen, Vorgesetzte, Mitarbeiter, Team, Kunden, Familie, etc.) mit berücksichtigt, in denen der Coachee lebt und arbeitet. Ziel der systemischen Beratung ist, vorhandene Ressourcen zu stärken, Perspektiven zu wechseln oder neue Perspektiven zu eröffnen, um so Handlungsalternativen zu schaffen. Der Coachee bestimmt, was er lernen möchte. Lernen ist kein rezeptives Aufnehmen, es ist aktives Gestalten. Um lernen zu können, brauchen der Coachee Angebote, keine Instruktionen. Die höchste Ebene des Lernens ist die Selbstreflexion. Hierzu leitet der Coach an, in dem er stets darauf bedacht ist, dass der Coachee sein Verhalten in einem sinngebenden Zusammenhang reflektiert. Hierdurch wird gewährleistet, dass er selbst Einblick in seine Handlungsalternativen gewinnt. Systemisches Coaching ist ein interaktiver Prozess. Der Coach ist für die Prozesssteuerung verantwortlich, der Coachee ist für das Ergebnis zuständig. Die Rolle des Coachs ist es Fragen zu stellen. Der Coach greift niemals selbst aktiv ein, um dem Coachee das Problem abzunehmen. Vielmehr berät er ihn, wie er effektiver damit umgehen kann. Durch das Fragenstellen wird gewährleistet, dass der Coach seine Prozessverantwortung übernimmt und dem Coachee die Verantwortung für Verhaltensänderungen überlässt.